MESOPOTAMIA NEWS : THE ORIGIN OF SPECIES ODER DER ANOPHTHALMUS HITLERI ! – Wenn Kolonialisten aus der Offentlichkeit verschwinden + von Sockeln gestossen werden – warum dürfen nach ihnen weiterhin Tierarten heißen?
LINKE TALIBAN: Fast sämtliche Namen aller entdeckten Arten müssen geändert werden – diese lauten oft auf Leute wie Rudyard Kipling oder sogar auf den des Hitler, niemals aber nicht je auf einen Schwarzen Mann ! In der Wissenschaft muss auch möglich sein, was derzeit auf Straßen + Plätzen namentlich passiert!
Die Aktion verspricht auch wieder viele Jobs & sogar künstlerische Verarbeitung – im Hessischen Landesmuseum Darmstadt / Tomas Saraceno fordert neue wissenschaftliche Namen für Arten – Ausstellung bis 31. An 2021 / – (wegen der Corona-Art allerdings z.Zt. geschlossen – im Namen aller hirn- und wirbellosen Wesen)!
FAZ 6. November 2020: Und dann war plötzlich die Rede von Anophthalmus hitleri. Es handelt sich um einen gerade mal ein bisschen mehr als fünf Millimeter langen, passender weise braunen Käfer. Genau genommen: um einen räuberischen Laufkäfer. Auch diese Eigenschaften eignen sich einigermaßen, um die Gestalt, die beim zweiten Namensbestandteil Pate stand, zu charakterisieren.
Der Erstbeschreiber hat das Recht, die von ihm entdeckten, gefundenen, vor ihm noch von niemandem mit einem wissenschaftlichen Namen versehenen Lebewesen zu benennen. Und keiner kann ihm diesen Namen streitig machen. So wollen es die Regeln der internationalen biologischen Nomenklatur.
Um der Klarheit und Eindeutigkeit willen ist die ursprüngliche Bezeichnung ein und für alle Mal die richtige. Der österreichische Sammler und Hobby-Entomologe Oscar Scheibel hat im gelegentlich auch als Hitler-Käfer bezeichneten blinden Insekt eine neue Art erkannt und es 1937 dem „Herrn Reichskanzler Adolf Hitler als Ausdruck meiner Verehrung zugeeignet”, wie er im letzten Satz seiner Erstbeschreibung klarlegt.
Anophthalmus hitleri ist die enge Verbindung zum mörderischen Diktator jedoch gar nicht gut bekommen. Denn das in slowenischen Höhlen beheimatete Tierchen wurde zum Objekt der Begierde von Neonazis und auf Nazi-Memorabilia gierige Sammler. Es wurde fast ausgerottet. Präparierte Exemplare verschwanden aus Museen. Mehr als tausend Euro werden für das nicht wirklich ansehnliche Geschöpf geboten.
Nun verlangt der Künstler Tomäs Saraceno, dass es umbenannt werden soll. Auch andere Spezies, die mit heutzutage nicht mehr angemessenen Namen bestraft sind, möchte er von dieser Last befreien Ihm ist rätselhaft, warum in der Wissenschaft nicht möglich sein soll, was derzeit mit Straßen, Plätzen, Apotheken und Nahrungsmitteln geschieht.
Von bösen Menschen auf Sockeln ganz zu schweigen. Wenn Kolonialisten und Imperialisten aus der Offentlichkeit verschwinden, warum dürfen nach ihnen weiterhin Tierarten heißen? Darüber kann sich der Künstler ereifern. Auch wenn das die Systematik der Zoologen ein bisschen durcheinanderbrächte, was soll’s?
Saraceno kam von der mittelamerikanischen Springspinne Bagheera kiplingi auf den Anophthalmus hitleri. Das Spinnentier wurde vor noch nicht allzu langer Zeit nach dem „Dschungelbuch” und seinem Autor Rudyard Kipling benannt. Das ist Saraceno ein Dorn im Auge.’ Denn der Schriftsteller sei als glühender Verfechter des Empires, das seine Herrschaft auf die Ausbeutung zahlreicher Kolonien gründete, als Namensgeber für die Spinne nicht tragbar. überhaupt setzt sich der ehemalige Städelschüler, der mittlerweile in Berlin lebt, vehement gerade für die wirbellosen Tiere ein.
In ihrem Namen hat er einen offenen Brief verfasst, in dem er für deren Rechte das Wort erhebt. Das Schreiben, das sich in englischer Sprache an das Hessische Landesmuseum Darmstadt richtet, liegt nun in der Ausstellung „Songs for the Air” aus, die der aus Argentinien stammende Künstler für das Haus zu dessen 200. Geburtstag eingerichtet hat. Dunkel ist es im Saal, hell leuchten darin Glaskästen mit’ Spinnennetzen, teilweise von mehreren Spinnen unterschiedlicher Arten gestaltet. Der Künstler hat ihnen einen Raum zur Verfügung gestellt mitsamt einem Gestänge, an das sie ihre Fäden knüpfen konnten. Das entstandene Gewebe zeugt von der Kunstfertigkeit einer Natur, die von Kunst selbstredend keinen Begriff hat.