Was in der Nacht geschah : Russisches Ultimatum an eingekesselte Verteidiger von Mariupol

THEO VAN GOGH: ZELENSKY DROHT MIT ENDE DER FRIEDENSGESPRÄCHE – „Der ukrainische Verteidigungsminister Oleksij Resnikow: Ukrainische Soldaten seien seit Jahren auf Kursen im Westen gewesen. Sie könnten jeden Panzer fahren, vom amerikanischen Abrams bis zum deutschen Leopard 2“

FAZ -17.4.2022

Bis zum Mittag sollen die verbliebenen ukrainischen Truppen in der Hafenstadt sich ergeben. Laut Präsident Selinskyj wäre ihr Tod auch das Ende der Friedensgespräche. Amerikanische Waffen erreichen die Ukraine, Ursula von der Leyen drängt die EU-Staaten.

Angesichts der „unmenschlichen“ Situation in der schwer umkämpften Hafenstadt Mariupol hat der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj mehr Unterstützung vom Westen gefordert. Entweder die „Partner liefern der Ukraine sofort alle notwendigen schweren Waffen“, oder sie unterstützten ihn bei den Verhandlungen über ein Ende der Belagerung, sagte Selenskyj in der Nacht zu diesem Sonntag. Die russischen Streitkräfte, die mittlerweile laut eigenen Angaben das gesamte Stadtgebiet bis auf die Stahlwerke kontrollierten, setzten den verbliebenen Verteidigern ein Ultimatum.

Selenskyj will mit westlichen Kampfflugzeugen den „Druck auf Mariupol verringern und die Belagerung“ aufbrechen. Der ukrainische Präsident räumte ein, die Suche nach einer „militärischen oder diplomatischen“ Lösung der Situation sei „äußerst schwierig“.

Amerikanische Waffen eingetroffen

Unterdessen sind erste Teile des jüngsten Unterstützungspakets aus den USA in der Ukraine eingetroffen. Das berichtete der TV-Sender CNN in der Nacht unter Berufung auf einen Beamten im Weißen Haus. Washington hatte am Mittwoch Kiew weitere Waffen und Munition im Wert von bis zu 800 Millionen Dollar (740 Millionen Euro) zugesagt – darunter auch Artillerie, gepanzerte Fahrzeuge und Hubschrauber.

Die neuen Lieferungen sollen die Ukraine demnach insbesondere angesichts des befürchteten russischen Großangriffs in der östlichen Donbass-Region unterstützen. Die Vereinigten Staaten haben der Ukraine seit Beginn des russischen Angriffskrieges Ende Februar damit bereits Waffen im Wert von 2,5 Milliarden US-Dollar zugesagt oder geliefert. Russland hatte wegen Waffenlieferungen an die Ukraine kürzlich Protestnoten an mehrere westliche Länder, darunter die USA, gesendet.