THEO VAN GOGH: ZELENSKYS KIRCHENKAMPF ! / NUR RECHTGLÄUBIGKEIT ERLAUBT
Anna-Lena Ripperger 1.4.23
Wegen des Vorwurfs der Volksverhetzung und Rechtfertigung des russischen Angriffskriegs musste der Vorsteher des orthodoxen Höhlenklosters in Kiew am Samstag vor Gericht aussagen. Metropolit Pawlo wies die Anschuldigungen laut örtlichen Medienberichten zurück. Das Kiewer Bezirksgericht will die Befragung demnach am Montag fortsetzen.
Die Staatsanwaltschaft fordert, dass Pawlo unter Hausarrest gestellt wird. Der Sicherheitsdienst der Ukraine (SBU) beschuldigt Pawlo, bei öffentlichen Auftritten wiederholt religiöse Gefühle von Landsleuten verletzt zu haben und eine feindselige Stimmung gegenüber Gläubigen anderer Konfessionen erzeugen zu wollen. Er habe zudem Russlands militärische Aggression gegen die Ukraine gerechtfertigt oder bestritten. Dazu veröffentlichte der SBU am Samstag auf seiner Website Audio-Mitschnitte von Aussagen, die mutmaßlich von Pawlo stammen.
Pawlo sorgt seit Jahren mit prorussischen Botschaften für Aufsehen. Vor wenigen Tagen attackierte er in einem Video auch den ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj. Vor Gericht erklärte der Klostervorsteher laut dem Nachrichtenportal „Ukrajinska Prawda“, er habe nie auf der Seite der russischen Aggression gestanden.
In dem am Samstag überraschend begonnenen Verfahren geht es zunächst nur um vorläufige Maßnahmen wie Hausarrest. Anstiftung zu religiösem Hass kann in der Ukraine mit bis zu fünf Jahren Haft und Rechtfertigung oder Leugnung der russischen Aggression mit bis zu drei Jahren Haft bestraft werden.
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