THEO VAN GOGH WATCH: „LINKSPARTEI” ? = “Ein Leichnam, der einfach nicht petrifizieren will!“ (Rosa Luxemburg)
Sahra Wagenknecht: Fraktionschefin der Linken kritisiert Beschluss gegen Wagenknecht
In einem Beschluss fordert der Vorstand der Linken von Sahra Wagenknecht die Rückgabe ihres Mandats. Fraktionschefin Amira Ali hält das für einen “großen Fehler”.Juni 2023, 21:37 UhrQuelle: ZEIT ONLINE,
Nach der Kritik des Parteivorstands an Sahra Wagenknecht regt sich bei den Linken Widerstand aus der Fraktion. Fraktionsvorsitzende Amira Mohamed Ali kritisierte den Beschluss, der Wagenknecht zur Rückgabe ihres Bundestagsmandats auffordert, als “großen Fehler und einer Partei unwürdig, die sich Solidarität und Pluralität auf die Fahnen schreibt”.
Auf Twitter schrieb die 43-Jährige: “Wir haben unseren Wählerinnen und Wählern und all den Menschen gegenüber, die ohne uns keine Stimme haben, eine wichtige Aufgabe. Vorstandsbeschlüsse gegen eigene Mitglieder zu fällen und öffentlich breitzutreten, gehört nicht dazu!”
In dem Beschluss hatte sich die Parteispitze der Linken deutlich von Wagenknecht distanziert und betont, dass es nicht akzeptabel sei, dass Ressourcen aus Mandaten, die für die Linke gewonnen worden seien, “für den Aufbau eines Konkurrenzprojektes genutzt werden”. Die Andeutungen und Äußerungen von Wagenknecht, die in den vergangenen Monaten immer wieder mit der Gründung einer eigenen Partei geliebäugelt hatte, seien respektlos gegenüber den Mitgliedern. “Die Zukunft der Linken ist eine Zukunft ohne Sahra Wagenknecht”, hieß es dort weiter.
Erst am Freitag hatte Wagenknecht bekräftigt, bis zum Jahresende über ihre Zukunft in der Linken und eine mögliche Parteigründung entscheiden zu wollen. Zuvor hatte sie bereits erklärt, nicht mehr auf einer Liste der Linken für den Bundestag zu kandidieren.
Nun deutet sich ein Richtungsstreit innerhalb der Partei an. Noch im März hatte Dietmar Bartsch, ebenfalls Fraktionsvorsitzender der Linken, in einem Interview mit dem Nordkurier gefordert, dass man Wagenknecht “für den Erfolg der Linken nicht nur einbindet, sondern sie zu einem wichtigen Bezugspunkt macht und ihre Fähigkeiten nutzt”. Zu dem Beschluss der Parteispitze äußerte sich Bartsch bislang nicht und auch Wagenknecht reagierte nicht auf die Forderung.