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Dritter Flugzeugträger: Meilenstein für Chinas Militär

Peking FAZ – 17.6.2022 Das moderne Katapultsystem des Flugzeugträgers Fujian erhöht die Reichweite des chinesischen Marine weit jenseits der eigenen Küste. Das Schiff ist, vermutlich nicht zufällig, nach der Provinz an der Taiwan-Straße benannt

Nach vier Jahren Bauzeit hat China am Freitag seinen dritten Flugzeugträger zu Wasser gelassen. Das Schiff wurde nach der Provinz Fujian benannt, die, wie die nationalistische Parteizeitung „Global Times“ hervorhob, an der Taiwan-Straße liegt. Die Schiffstaufe in der Jiangnan-Werft in Schanghai wurde von dem stellvertretenden Chef der Militärkommission Xu Qiliang geleitet. Er ist auch Mitglied des Politbüros der Kommunistischen Partei. Die von Staatschef Xi Jinping geführte Militärkommission ist ein Parteigremium, das mächtiger ist als das Verteidigungsministerium.

Das Staatsfernsehen veröffentlichte Fotos und Videos des Stapellaufs. Darauf sind rote Banner zu sehen, auf denen das von Xi Jinping ausgegebene Ziel bekräftigt wird, bis 2035 eine „Weltklassemarine“ aufzubauen. Hinter dem Slogan verbirgt sich die Absicht, Chinas Militärmacht in weiter entfernte Seeregionen zu projizieren und die militärische Dominanz der Vereinigten Staaten im Indo-Pazifik im Konfliktfall herauszufordern. In den chinesischen sozialen Medien wurde die Nachricht vom Stapellauf von patriotischer Begeisterung begleitet, die von den Staatsmedien orchestriert wurde.

Der Flugzeugträger Fujian ist ein Symbol für Chinas rasant wachsende Militärmacht und die Stärke seiner Rüstungsindustrie. Er ist mit einem elektromagnetischen Katapultsystem ausgestattet, mit dessen Hilfe Flugzeuge starten und landen können. Nach Einschätzung der Vereinigten Staaten ermöglicht das System den Einsatz „zusätzlicher Kampfflugzeuge, Frühwarnflugzeuge und schnellerer Flugoperationen und erhöht damit die Reichweite und Effektivität der Träger-gestützten Kampfflugzeuge“. So steht es im jüngsten Bericht des Pentagon zu Chinas Militär an den Kongress. Auf seinen beiden bisherigen kleineren Flugzeugträgern setzte China noch auf eine Skisprung-ähnliche Rampe.

Der Stapellauf war von Fachleuten eigentlich bereits im April erwartet worden, wurde aber offenbar wegen des Corona-Lockdowns in Schanghai verschoben. Ende Mai zeigten Satellitenaufnahmen, dass ein anderes Schiff aus dem Dock entfernt worden war, um Platz für den Stapellauf zu machen. Analysten des amerikanischen Center for Strategic and International Studies erwarteten daraufhin eine Zeremonie am Tag des traditionellen Drachenbootfestes. Warum nun stattdessen dieser Freitag für den hochsymbolischen Moment ausgewählt wurde, blieb zunächst unklar.

Nach Einschätzung des Pentagon könnte die „Fujian“ im Jahr 2024 in Dienst gestellt werden. Mindestens drei weitere chinesische Flugzeugträger sollen bis 2035 vom Stapel laufen. Zum Vergleich: Die amerikanische Navy operiert derzeit mit elf Flugzeugträgern. Gemessen an der Zahl der Kriegsschiffe hat China die größte Marineflotte der Welt mit rund 355 Schiffen und U-Booten.

Der zweite Flugzeugträger, die „Shandong“, befindet sich derzeit in der Testphase und soll ebenfalls 2024 in Dienst gestellt werden. Den Rumpf seines ersten Flugzeugträgers „Liaoning“ hatte China 1998 unter Vortäuschung falscher Tatsachen von der Ukraine gekauft. Als Mittelmann diente ein Unternehmer der Vorgab, daraus ein Casinoschiff in Macau machen zu wollen. Die „Liaoning“ wurde Ende 2019 in Betrieb genommen.

Um die Reichweite seiner Marine zu erhöhen, nutzt China seit 2017 seinen ersten ausländischen Militärstützpunkt in Dschibuti. Die amerikanische Regierung geht davon aus, dass Peking als weiteren Stützpunkt einen Hafen in Kambodscha ausbaut. China und Kambodscha bestreiten das.