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Lage in der Ukraine : Washington distanziert sich von Angriff auf Russland

  • Aktualisiert am 24.05.2023-08:56  FAZ LIVEBLOG UKRAINE

Dieses vom russischen Verteidigungsministerium veröffentlichte Bild zeigt einen zerstörten gepanzerten Humvee,  aufgenommen in der Region Belgorod.

Kurz nachdem die russischen Behörden den Alarmzustand in Belgorod beenden, wird ein neuer Drohnenangriff gemeldet. Die von Russland veröffentlichten Bilder zeigen Militärfahrzeuge aus amerikanischer Produktion.

Washington hat sich von dem Angriff auf Russland distanziert, der nach Angaben Moskaus mit der Niederlage bewaffneter Angreifer endete. Laut Moskau sollen sie aus der Ukraine eingedrungen sein. Teile der Grenzregion Belgorod wurden am Montag angegriffen. Später veröffentlichte Russland Bilder von verlassenen oder beschädigten westlichen Militärfahrzeugen, darunter auch Humvees aus amerikanischer Produktion.

Die Amerikaner heben hervor, dass sie „Angriffe innerhalb Russlands weder ermutigt noch ermöglicht“ hätten. Ein Sprecher des Außenministeriums bestätigte Berichte, die in den sozialen Medien und anderswo kursierten, wonach von den Vereinigten Staaten gelieferte Waffen eingesetzt worden seien, erklärte aber, sein Land sei „zu diesem Zeitpunkt skeptisch, was den Wahrheitsgehalt dieser Berichte angeht“.

In Belgorod bleibt die Lage auch am Mittwoch angespannt. Die russischen Behörden gaben zwar Entwarnung, bestätigten am Dienstagabend einen Drohnen-Angriff. Nach Darstellung des Gebietsgouverneurs Wjatscheslaw Gladkowwurde wurde von einer Drohne ein Sprengsatz auf die Fahrbahn abgeworfen. Dabei sei ein Auto beschädigt worden, schrieb der Gouverneur und veröffentlichte ein Foto von einem Fahrzeug mit Dellen und Rissen in der Frontscheibe. Nach vorläufigen Angaben sei niemand verletzt worden.

Russland: 70 ukrainische Terroristen getötet – Ukraine bestreitet Beteiligung

Die Behörden der Region Belgorod haben den unter Verweis auf Kämpfe verhängten Alarmzustand wieder aufgehoben. Der rechtliche Zustand einer „Anti-Terror-Operation“ sei beendet, teilte Gladkow bei Telegram mit.

Nach russischer Darstellung wurde im Gebiet Belgorod seit Montag gegen Dutzende „Vertreter ukrainischer Militärverbände“ gekämpft. Die Ukraine wies zurück, etwas mit Angriffen zu tun zu haben. In Kiew wurde darauf hingewiesen, dass sich aus russischen Staatsbürgern bestehende Freiwilligenkorps zu den Angriffen bekannt hätten.

Bei Kämpfen im Gebiet Belgorod wurden nach russischer Darstellung mehr als 70 ukrainische Terroristen getötet sowie vier gepanzerte Fahrzeuge und fünf Geländewagen zerstört. Die Angaben waren nicht zu überprüfen. Die russischen Behörden sprachen auch von 13 verletzten Einwohnern. Ein Mann sei getötet worden.

EU-Militärhilfe für Ukraine: 220.000 Geschosse geliefert

Die ukrainischen Streitkräfte haben über die neue EU-Initiative für Munitionslieferungen bereits etwa 220.000 Artilleriegeschosse und Mörsergranaten erhalten. Das teilte eine Sprecherin des EU-Außenbeauftragten Josep Borrell nach einem Treffen der Verteidigungsminister in Brüssel mit. Zudem wurden ihren Angaben zufolge rund 1300 Raketen geliefert, darunter Panzerabwehrraketen, Seezielflugkörper und Flugabwehrraketen.

Die EU-Staaten hatten der Ukraine im März versprochen, innerhalb von zwölf Monaten eine Million neue Artilleriegeschosse und Raketen für den Abwehrkrieg gegen Russland bereitzustellen. Sie sollen aus den Beständen der Mitgliedstaaten, künftig aber auch über neue gemeinsame Beschaffungsprojekte organisiert werden.

Selenskyj plant mit mehr Marineinfanteristen

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj will die Marineinfanterie des Landes ausbauen. Mit der Bildung eines Marieninfanterie-Corps sollen zu bestehenden Einheiten neue Brigaden hinzukommen, sagte Selenskyj in seiner abendlichen Videoansprache am Dienstag. „Und wir werden sie mit modernen Waffen und Ausrüstung ausstatten“, ergänzte er. Selenskyj hatte zuvor ukrainische Marineinfanteristen an der Front besucht.