Segeltörn über den Atlantik : Das Greta-Paradox / Rückreise per Flugzeug

 MESOPOTAMIA NEWS : VOM BEVORSTEHENDEN EINES EINES PÄDOPHILEN MEGA-CRAZES

Ist die Reise nach New York im Segelboot wirklich so klimafreundlich wie gedacht? Die Aktivistin und ihr Vater hätten sich womöglich besser in ein Flugzeug gesetzt.

Seit Mittwoch segelt die Klima-Aktivistin gemeinsam mit ihrem Vater Svante, einem Kameramann sowie den beiden Profiskippern Boris Herrmann aus Hamburg und Pierre Casiraghi aus Monaco über den Nordatlantik nach New York. Knapp 2500 Seemeilen und etwa zwölf Tage sind es noch bis zur Metropole an der amerikanischen Ostküste, wo die Jugendliche Ende September am UN-Klimagipfel teilnehmen will. Danach reist sie hauptsächlich mit dem Zug nach Südamerika, um im Dezember auf der Weltklimakonferenz in Santiago de Chile dabei zu sein. Die Rückreise nach Europa plant Thunberg erst für das Frühjahr 2020 – auf welchem Weg sie das tut, ist noch offen.

Möglicherweise werden sich die Klimaschützerin und ihr Team dann noch einmal verstärkt Gedanken darüber machen, wie und mit welchem PR-Aufwand Thunberg – die angibt, immer möglichst emissionsfrei reisen zu wollen und deswegen auf das Flugzeug verzichtet – ihre mehrere tausend Kilometer lange Reise zurück nach Schweden antreten wird. Denn die knapp zwei Wochen dauernde Überfahrt mit der „Malizia“ über den Nordatlantik ohne jeglichen Komfort hat zwar nur wenig mit entspanntem Urlaub auf einem Hightech-Spielzeug für Reiche und Schöne zu tun – mit Klimaschutz allerdings auch nicht.

Schon gleich nach Bekanntwerden der Zusammenarbeit mit dem zum Yachtklub von Monaco gehörenden Team der „Malizia“ wurde die Ökofreundlichkeit der Kampagne in Zweifel gezogen. Nach dem Ablegen vor drei Tagen sorgt bei vielen Greta-Kritikern nun besonders eine andere Tatsache für Wut, Häme und Spott: Herrmann und Casiraghi werden nicht selbst in der Rennyacht zurück nach Europa segeln, nachdem sie ihre Passagiere direkt unterhalb des Freedom Towers in Manhattan wieder an Land gebracht haben.

Sechs Flüge nötig, um nach New York zu segeln

„Es stimmt: Zwei unserer Mitarbeiter sind bereits in New York, um organisatorische Dinge abzuklären. Zwei weitere kommen noch hinzu, damit die Yacht von diesen vier Personen sicher zurück nach Europa gesegelt werden kann“, sagt „Malizia“-Pressesprecher Andreas Kling am Freitag. Weil eine so lange Überfahrt körperlich und psychisch sehr anstrengend sei und sowohl Herrmann, der im kommenden Jahr als erster Deutscher an einer der härtesten Regatten der Welt teilnehmen will, als auch Casiraghi, der Sohn von Prinzessin Caroline von Hannover und Miteigentümer der Helikopterfirma Monacair, noch weiteren Verpflichtungen nachkommen müssten, habe es keine bessere Lösung gegeben.

„Greta und ihr Team wussten, dass wir aus organisatorischen Gründen nicht einfach mit denselben beiden Seglern direkt wieder kehrtmachen können“, sagt Kling. Davon abgesehen kann die Miete eines Anlegeplatzes am Hudson River für eine Yacht solcher Größe schnell Tausende Dollar kosten. Eine mehrtägige Erholungspause für die beiden Skipper in New York wäre dementsprechend teuer geworden.

Warum also haben sich Thunberg und ihr Vater nicht einfach in ein Flugzeug in die Vereinigten Staaten gesetzt? Laut Emissionsrechner der Klimaschutz-Organisation Atmosfair werden in einer Boeing 747 von Mitteleuropa nach New York etwa 1500 Kilogramm Kohlenstoffdioxid pro Person ausgestoßen. Thunberg und ihr Vater wären somit auf 3000 Kilogramm Emissionen gekommen. Nun sind insgesamt sechs Flüge auf dieser Strecke notwendig, was den Kohlendioxid-Ausstoß verdreifachen wird. Selbst mit einer zehntägigen Kreuzfahrt von Hamburg nach New York in einer Innenkabine auf dem Luxusdampfer „Queen Mary 2“ hätten Greta und Svante Thunberg die Umwelt mit weniger als sechs Tonnen Kohlenstoffdioxid belastet. Auch die Überfahrt auf einem Containerschiff wäre in diesem Fall insgesamt deutlich klimafreundlicher ausgefallen.

„Unser Ziel lautete, größtmögliche Aufmerksamkeit für Greta und ihr Engagement zu erzeugen.“

Zwar wird der aufsehenerregende Segeltörn – gegen manche Behauptungen von Verschwörungstheoretikern – weder von militärischen Überwachungsflugzeugen noch von Beibooten mit Kamerateams begleitet. Die zahlreichen Flüge und Autofahrten der Reporter und Kamerateams aus Deutschland, Europa und Übersee, die zur Abfahrt der „Malizia“ extra ins südenglische Plymouth gereist waren, sind allerdings ebenfalls in die Ökobilanz der Aktion einzurechnen. Wer es genau nimmt, rechnet noch die Kohlendioxid-Kosten für Bau und Betrieb der etwa 18 Meter langen, acht Tonnen schweren und hauptsächlich aus Carbon bestehenden Rennyacht dazu. Hinzu kommen die stetig anfallenden Optimierungen und Reparaturen an dem für die Weltumsegelungs-Regatten „Vendée Globe“ und „Ocean Race“ gefertigten Wunderwerk der Technik. Nicht zu vergessen ist auch die Bereitstellung der hauptsächlich gefriergetrockneten Nahrung und der wetterfesten Kleidung für die derzeitige Crew an Bord.

Kurzum: Es gibt wohl nur wenig, was innerhalb dieser Prozesse als besonders ökologisch oder klimafreundlich hergestellt werden konnte. „Es geht uns auch nicht darum, zu zeigen, wie klimaneutral man angeblich über den Atlantik reisen kann“, sagt Andreas Kling und verteidigt die gemeinsame Aktion. „Unser Ziel lautete, größtmögliche Aufmerksamkeit für Greta und ihr Engagement zu erzeugen. Wir betreiben PR für den Klimaschutz, und ich denke, das ist uns gelungen. Unser Team hat im vergangenen Jahr etwa 40 Tonnen Kohlendioxid verursacht und diese komplett durch Beitragszahlungen kompensiert. Das werden wir auch für die jetzigen Flüge unserer Mitarbeiter tun.“

Welche Ökobilanz Greta Thunberg nach ihrer Rückreise im kommenden Frühjahr aufweisen wird, ist zur Zeit noch offen. Doch für welches Transportmittel sie sich auch entscheiden wird – an Bord der „Malizia“ wird sie sicher nicht zurück nach Europa segeln, so gut es ihr dort zur Zeit auch geht.