MESOPOTAMIA NEWS : DIE PROTESTANTISCH-MORALISTISCHE KRAKE AUS BIELEFELD / Wie die ex-Stasi Agentin Anetta Kahane für Bertelsmann / Arvato tätig ist

VON JUNCKERS MANAGER SELMAYR VIA ELMAR BROK NACH BERLIN – ALLE GEHÖREN BERTELSMANN

Dass so etwas kommen würde, hat Günter Gaus bereits 1970 erahnt. Im Spiegel, Nr. 11/1970 schrieb er schier prophetisch von einer »Totalität, mit der ein künftiger Informations-Konzern von Bertelsmann-Größe auf die Gesellschaft Einfluss nehmen wird«.

Mit »Arvato« im Zensurgeschäft aktiv

Der Medienkonzern Bertelsmann SE & Co. KGaA ist mit rund 80.000 Beschäftigten in rund 50 Ländern der Welt aktiv. Zum Konzernverbund gehören die Fernsehgruppe RTL Group samt RTL, RTL 2, Super RTL, Vox und n-tv, ferner die Verlagsgruppe Penguin Random House mit mehr als 120 Einzelverlagen, die jährlich rund 11.000 Neuerscheinungen veröffentlichen und mehr als 500 Mio. Bücher verkaufen.

 

Zu ihr gehören in Deutschland außer den unter dem Namen Bertelsmann firmierenden Verlagen etwa die Deutsche Verlags-Anstalt, der Heyne Verlag, Kösel, der Luchterhand Literaturverlag, Goldmann und Siedler. Teil des Konzerns ist ferner der Zeitschriftenverlag Gruner + Jahr mit rund 300 Magazintiteln, u.a. art, Brigitte, Capital, Eltern, Gala, die Geo-Magazine, PM, Schöner Wohnen und Stern. Zu Gruner + Jahr gehört auch der Vertrieb der Wochenzeitung Die Zeit. Ferner zählen zu Bertels-mann das Musikunternehmen BMG, die Bertelsmann Education Group sowie das internationale Fonds-Netzwerk Bertelsmann Investments.

 

Die Bertelsmann Stiftung weiß sich als selbsternannte »Reformwerkstatt« und »Denkfabrik« zu inszenieren. 1977 gegründet, hält sie seit 1993 rund 77 Prozent der Aktien der Bertelsmann SE & Co. KGaA. Das erlaubt ihr nicht nur die Beschäftigung von Hunderten Mitarbeitern, sondern größte maximale Einflussnahme über die in der Hand der Mohn-Familie befindlichen Sender und Printmedien. Mit der Übertragung von mehr als drei Vierteln der Konzernaktien sparte man obendrein vermutlich gut zwei Mrd. Erbschafts- und Schenkungssteuer. Die Bertelsmann Stiftung mit ihrem Jahresetat von rund — in den Jahren 2015 und 2016 — 70 Mio. € und mit einem Gesamt-volumen aller ihrer Projekte von 1977 bis 2015 in der Höhe von 1,27 Mrd. € arbeitet also de facto mit öffentlichem Geld. Dabei vergibt die Stiftung keine Fördergelder, sondern ist nur selbstoperativ tätig. Die Grenzen zwischen Gemeinwohlorientierung und Profitinteressen sind hier fließend.

 

Eine zentrale Position innerhalb des Konzerns nimmt das Dienstleistungsunternehmen Arvato ein. Es ist eine hundertprozentige Tochter der Bertelsmann SE Co. KGaA; mit ihren mehr als 70.000 Mitarbeitern in über 40 Ländern versteht sie sich als international tätiger Alleskönner im Bereich »Government Services«. De Name Arvato ist ein Kunstwort: ar steht für das lateinisch Wort ars, die Kunst, va für Variation, t für Technik und für Organisation. Auf der Bertelsmann-Website ist unter »Arvato — Alles aus einer Hand« zu lesen: »Als global agierender Business-Process-Outsourcing-Dienstleister unterstützt Arvato Geschäftskunden unterschiedlichster Branchen dabei, die Beziehungen zu ihren Kunden erfolgreich zu gestalten. […J Zu dem breiten Spektrum an Dienstleistungen zählen Datenmanagement, Kundenservice, Dienstleistungen im Rahmen von Kundenbeziehungen,  Management von Versorgungsketten, digitale Auslieferung; Finanzdienstleistungen sowie qualifizierte und individualisierte IT-Services.«

 

Das Land NRW hat für di Arvato Direct Services GmbH von 1. Juli 2009 bis 6. Apri 2016 übrigens 6,68 Mio. € aufgewendet. Mit 117.001 Mitarbeitern erzielte das Unternehmen 2015 einen Umsat von 17,1 Mrd. €.

Apropos Arvato: Facebook erhöht auch in Deutschlang die Zahl seiner Mitarbeiter stark, um unliebsame Eil träge im Sinne des Netzwerkdurchsetzungsgesetzes zu entfernen Und jetzt kommt Bertelsmann ins Spiel: An ersten Standort Berlin wurde die Zahl der Mitarbeiter der Bertelsmann-Dienstleistungsfirma Arvato, die für Facebook im Einsatz sind, auf 700 erhöht. Es handelt sich um Beschäftige, deren Job das Löschen von Postings ist.

Neben unappetitlichen Inhalten geht es um solche, die der vormalige Bundesjustizminister Heiko Maas (SPD) nicht möchte bzw. mag. Das Gehalt der Mitarbeiter liegt im knapp über Mindestlohn. Man kann sich denken, was da hinsichtlich ihrer Vorqualifikation bedeutet.

Bertelsman jetzt also auch noch Arm in Arm mit der Amadeu Antonio Stiftung und deren Kopf Anetta Kahane Letztere  lässt sich heute Menschenrechtsaktivistin nennen; ihre Zensor-Ausbildung hat sie offenbar als Stasi-Mitarbeiterin absolviert. Mit ihrer Stiftung soll sie nun beim Aufspüren von Hassbotschaften im Internet behilflich sein.

Wie sich doch manchmal die Kreise schließen …

 

Josef Kraus, aus: TUMULT Frühjahr 2019

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