MESOPOTAMIA CULTURE : MAX HORKHEIMER LIEBT „HEIMAT“
SYNÄSTHESIE : FORMEN DER WAHRNEHMUNG & EMPFINDUNG MIT GENEALOGISCHER TIEFENSCHÄRFE – DEN POSITIVISTEN DER LBGTQ-KULTUR EIN GRAUEN
„Diese alten Lebensformen, die unter der Oberfläche der modernen Zivilisation schwelen, liefern in vielen Fällen noch die Wärme, die einem jeden Entzücken innewohnt, jeder Liebe zu einem Ding, die mehr um seiner selbst als um eines anderen Dinges willen besteht.
Das Vergnügen, einen Garten zu pflegen, geht auf alte Zeiten zurück, in denen die Gärten den Göttern gehörten und für sie bebaut wurden. Der Sinn für Schönheit in der Natur wie in der Kunst ist durch tausend zarte Fäden mit diesen abergläubischen Vorstellungen verknüpft. Wenn der moderne Mensch die Fäden zu ihnen durchschneidet, indem er sie entweder verspottet oder mit ihnen prunkt, so mag das Vergnügen noch eine Weile anhalten, aber sein inneres Leben ist ausgelöscht.
Wir können unsere Freude an einer Blume oder an der Atmosphäre eines Zimmers nicht einem autonomen ästhetischen Instinkt zuschreiben. Die ästhetische Empfindlichkeit des Menschen ist in ihrer Vorgeschichte mit verschiedenen Formen der Idolatrie verbunden; sein Glaube an die Güte oder Heiligkeit eines Dinges geht seiner Freude über seine Schönheit voraus.
Das gilt nicht weniger von solchen Begriffen wie Freiheit und Humanität. Was über den Begriff der Menschenwürde gesagt wurde, ist sicherlich anwendbar auf die Begriffe der Gerechtigkeit und Gleichheit. Solche Ideen müssen das negative Element bewahren als die Negation der alten Stufe der Ungerechtigkeit oder Ungleichheit und zugleich die ursprüngliche, absolute Bedeutung konservieren, die in ihren grauenhaften Ursprüngen wurzelt.
Sonst werden sie nicht nur gleichgültig, sondern unwahr.”
Horkheimer, Kritik der instrumentellen Vernunft, S. 55