MESOP : SCHWULER TRIFFT SCHWULENFEIND – BUT MONEY MAKES THE WORLD GO ROUND
Wirtschaftssenator Horch nimmt von Beust mit in die Türkei
7.6.2014 – Hamburgs Wirtschaftssenator und Ex-Bürgermeister fahren in die Türkei mit einer großen Delegation. Sie hoffen auf eine engere wirtschaftliche Zusammenarbeit – trotz der angespannten politischen Lage.
Hamburg. Wirtschaftssenator Frank Horch (parteilos) und sein Pendant aus Schleswig-Holstein, Minister Reinhard Meyer (SPD), werden am Montag zur ersten gemeinsamen Wirtschaftsdelegationsreise der beiden Länder in die Türkei aufbrechen. Unterstützt werden beide von Hamburgs früherem Bürgermeister Ole von Beust.
Neben Gesprächen mit Vertretern der maritimen Industrie und der erneuerbaren Energien in Ankara und Istanbul steht für Horch auch ein Treffen mit politischen Gruppen sowie dem Herausgeber der “Istanbul Post” auf der Agenda. Gleichwohl setzt der Senator angesichts der hohen Wirtschaftsdynamik der Türkei auf einen Ausbau der Beziehungen. Das Bruttoinlandsprodukt des Staates nimmt derzeit jährlich um fünf Prozent zu. “Rund 650 Hamburger Firmen haben wirtschaftliche Beziehungen in die Türkei, 130 von ihnen haben dort auch eine Niederlassung. Das ist ausbaufähig”, sagte Horch. “Mit unserer Delegationsreise wollen wir für den Norden bestehende Strukturen festigen und neue Kontakte knüpfen. Im Bereich Schifffahrt, Häfen und maritimer Industrie ist die Türkei klar auf Wachstumskurs. Seeverkehre und Häfen profitieren von der exportorientierten türkischen Wirtschaft sowie der Drehscheibenfunktion des Landes”, fügte er hinzu.
Die jüngsten politischen Differenzen zwischen Deutschland und der Türkei, angefacht durch die Kritik von Ministerpräsident Recep Tayyip Erdogan an der Bundesregierung, haben die wirtschaftliche Zusammenarbeit zumindest bisher nicht beeinträchtigt. Im August des vergangenen Jahres vereinbarten die Wirtschaftsministerien der beiden Länder die Gründung einer Wirtschafts- und Handelskommission, der sogenannten JETCO (Joint Economic and Trade Commission). Dazu sind jährliche Treffen unter Leitung beider Wirtschaftsminister geplant. Die erste Sitzung soll im Herbst 2014 stattfinden.
Auch Schleswig-Holsteins Wirtschaftsminister Meyer spricht von einem hohen Interesse der norddeutschen Wirtschaft an der Türkei, ungeachtet der politischen Lage: “Allein die Größe der Delegation von 65 Teilnehmern unterstreicht die Bedeutung und das Potenzial, das beide Länder dieser Reise beimessen. Und ich gehe davon aus, dass wir neben dem Feld der maritimen Wirtschaft vor allem auch im Bereich der Windenergie Kooperationen ausloten und manche Türen öffnen können”, sagte Meyer. “Angesichts der Tatsache, dass die Windenergie in der Türkei rein staatlich organisiert ist, kann gerade eine politisch geleitete Delegation aus meiner Sicht einiges bewegen.” Als einen Höhepunkt der Reise aus schleswig-holsteinischer Sicht bezeichnete Meyer den gemeinsam mit Kiels Oberbürgermeister Ulf Kämpfer geplanten Besuch in Kiels Partnerstadt Samsun am Schwarzen Meer.