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Verhandlungen in Moskau – Türkei und Armenien nehmen Dialog wieder auf

Der Genozid an den Armeniern belastet das Verhältnis des Landes mit der Türkei noch heute. Nun wollen die Staaten ihre Beziehungen wieder normalisieren. Die Atmosphäre bei einem ersten Treffen war »konstruktiv«.

14.01.2022, DER SPIEGEL –

Das Wetter in Moskau passt zu den diplomatischen Annäherungsversuchen: Bei Temperaturen knapp über dem Gefrierpunkt haben Delegationen Armeniens und der Türkei versucht, das seit Jahrzehnten eisige Verhältnis zu verbessern. Vertreter beider Staaten kamen am Freitag in der russischen Hauptstadt zusammen.

Das Treffen habe »in positiver und konstruktiver Atmosphäre« stattgefunden, teilten das türkische und das armenische Außenministerium anschließend mit. Laut der Nachrichtenagentur Anadolu dauerte das Gespräch etwa 90 Minuten. Die Türkei wurde durch den früheren Botschafter in den USA, Serdar Kılıç, Armenien durch den stellvertretenden Parlamentssprecher Ruben Rubinyan vertreten.

Beide Seiten seien bereit, die Verhandlungen mit dem Ziel der vollständigen Normalisierung der Beziehungen fortzusetzen, hieß es. Für den weiteren Dialog gibt es demnach »keine Vorbedingungen« Ein Termin für das nächste Treffen steht noch nicht fest. Der russische Außenminister Sergej Lawrow sieht sich bei der Annäherung als Vermittler. Lawrow zeigte sich über das erste Treffen in Moskau »sehr erfreut«.