MESOP MIDEAST WATCH NEUE BEBEN IN PROGRESS: Türkei und Syrien – Alle vier Minuten bebt die Erde – 16.02.2023
SatellitenbilderBeben verschiebt Land um mehrere Meter
Die schweren Erdbeben in der Türkei und in Syrien haben die Landoberfläche stark verschoben.
Stand: 19.02.2023 19:06 Uhr
Tausende Nachbeben erschütterten die Erdbebengebiete in der Türkei und in Syrien
Aber noch immer werden offenbar Menschen gerettet.
Während die Menschen im türkisch-syrischen Erdbebengebiet ums Überleben kämpfen, erschüttern weiterhin starke Nachbeben die Region. Für die kommenden Tage erwartet der türkische Katastrophenschutz AFAD Erdstöße mit einer Stärke von mehr als 5. Etwa alle vier Minuten gebe es in der Region ein Nachbeben, sagte der AFAD-Geschäftsführer für Risikominderung, Orhan Tatar, der staatlichen Nachrichtenagentur Anadolu. Bisher habe es mehr als 4700 Nachbeben gegeben.
Mehr als 84.000 Gebäude in der Türkei sind nach Angaben des Umwelt- und Stadtplanungsministeriums eingestürzt oder stark beschädigt. Auch in Syrien sind Tausende Häuser zerstört. In den Erdbebengebieten warnen Behörden die Menschen deshalb noch immer davor, in ihre Häuser zurückzukehren.
Die Zahl der bestätigten Toten in der Türkei und Syrien steigt immer noch. Zuletzt lag sie bei mehr als 45.000. Zehntausende Menschen wurden zudem verletzt, Tausende gelten noch als vermisst. Millionen Menschen sind von den Auswirkungen der heftigen Erdstöße betroffen.
Zugang zu Trinkwasser dringend nötig
In der Türkei gibt es mancherorts wegen der Zerstörung bereits kein Trinkwasser mehr, wie der Chef der Ärztekammer (TTB) im südtürkischen Adana, Selahattin Mentes, sagte. Betroffen sei etwa der Bezirk Nurdag in Gaziantep. Anderswo könne das Leitungswasser womöglich durch Vermischung mit Wasser aus der Kanalisation verseucht sein. “Wir brauchen dringend Zugang zu sauberem Trinkwasser in der Region und müssen Hygiene herstellen. Außerdem muss der Müll entsorgt werden.” Andernfalls drohten Infektionskrankheiten wie Cholera.